Epidaurus
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Das Theater von Epidaurus

Informationen für Besucher - Text - Image Gallery

Informationen für Besucher

Tel.: +30 27530 22009
Öffnungszeit: 8.00- 20.00
Die Öffnungszeiten des Museums entsprechen denen der archäologischen Stätte, außer montags, dann ab 12:00 Uhr geöffnet.
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Zugang: 2 Stunden 15 Min. Fahrt ab dem Zentrum Athens.
Ticket: 6 Euro
Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre haben freien Zutritt.
Studenten aus Mitgliedstaaten der EU haben freien Zutritt.
Studenten aus nicht EU Staaten: 3 Euro
Besucher ab 65 Jahre: 3 Euro



Text


Auf grund der geographischen Lage an der Küste der Peloponnes zur Ägäis entwickelte sich Epidaurus zu einer großen Handelsmacht und gründete viele Kolonien. Zu großen Ruhm unter den Griechen kam es durch das Heiligtum des Asklepios. Die sogenannten Asklepieia waren Heiligtümer dem Asklepios geweiht, dem Gott der Medizin. Das Asklepios-Heiligtum in Epidaurus befindet sich etwas außerhalb der Stadt. Hier wurde Asklepios zusammen mit seinem Vater Apollon verehrt, dem Gott der Sonne, des Lichtes und der Musik. In Epidaurus wurde Apollon aber besonders als heilender Gott verehrt, so wie sein Sohn.

Wenn eine Person ein ernstes gesundheitliches Problem zu bewältigen hatte kam man nach Epidaurus um zu beten. Der Glaube und die Ruhe der Landschaft wirkten sich sicherlich positiv auf die Psychologie des Patienten aus. Auch heute noch spielt die Psychologie in der Heilung eine große Rolle, besonders bei der Heilung psychischer Krankheiten. In dieser Hinsicht ist das Heiligtum in Epidaurus mit einem Kloster vergleichbar.

Die Patienten genossen aber auch hervorragende medizinische Versorgung. Das ist an den chirurgischen Instrumenten ersichtlich, die dort gefunden wurden und im Archäologischen Museum in Epidaurus ausgestellt sind. So können wir sagen, daß Epidaurus in der Antike ein medizinisches Zentrum hohen Standards war.

In Epidaurus wurden alle vier Jahre die Asklepeia durchgeführt. Zum Programm gehörten dramatische, musikalische und athletische Wettkämpfe sowie Pferderennen. Die Theatervorführungen verfolgten sowohl die Patienten als auch ihre Begleiter. Das Theater muß für die antiken Griechen ein Teil der therapeutischen Maßnahmen gewesen sein.
Das Heiligtum in Epidaurus besteht hauptsächlich aus dem Tempel des Asklepios, der Tholos ( Rundbau) und dem „Adyton“. Die Tholos ist in der antiken griechischen Architektur ein Rundbau. Wir kennen nicht genau den Zweck der Tholos in Epidaurus, vermuten aber, daß es sich um einen Tempel handelt. Das „Adyton“ ist eine Stoa (Halle).Die alten Griechen glaubten, daß der Gott Asklepios dem Patienten im Traum erscheint und ihn heilt, wenn man dort schläft. Außerhalb des Heiligtums liegt das Theater, das Stadion und die Unterkünfte der Kranken und ihrer Angehörigen. Das Theater wurde im 4.Jht.v.Chr. erbaut, Architekt war Polykleitos der Jüngere und bot 13000 Zuschauern Platz. Berühmt wurde es durch seine hervorragende Akustik.

Das antike griechische Theater Das antike griechische Theater hat seinen Ursprung in den Volksfesten, die zu Ehren Dionysos, dem Gott des Weines und der ungezügelten Unterhaltung durchgeführt wurden. Während der Feierlichkeiten tanzten die Menschen, sangen und verkleideten sich mit Tierleder und trugen Bocksmasken. Der Wein floß in Strömen. Den uralten Brauch der Dionysosfeste gibt es bis heute in Thrakien! Auf die Archäologie trifft der Reisende in Griechenland  Griechenlands somit nicht nur in unseren archäologischen Stätten, sondern auch im modernen Griechenland. Die Theateraufführungen standen mit dem Kult des Dionysos in Verbindung, der zum Gott des Theaters wurde. Die Aufführungen hatten also einen religiösen und außerdem auch lehrreichen Charakter. Die Werke des antiken Theaters sind poetisch in Versform geschrieben und die alten Griechen meinten, daß die Dichter ihre Dramen „belehrten“. Die Dichter waren gleichzeitig auch Regisseure ihrer Werke.Im Rahmen der großen religiösen Feierlichkeiten gab es dramaturgische Wettkämpfe mit Auszeichnungen für Dichter und Schauspieler.

Die wichtigsten Kategorien des antiken Theaters sind Tragödien und Komödien. In der Tragödie geht es um die Schwächen der Menschen. Die Helden begehen „Hybris“(Anmaßung),d.h. sie überschreiten mit ihren Taten die Grenzen des ihm erlaubten durch die Götter. So ziehen sie den Zorn der Götter und ihre Strafe auf sich. Manchmal erzürnen die Helden die Götter aus Versehen.Durch die innerlichen Konflikte der Helden, ihren Konflikt mit der Gesellschaft und dem Einsatz der Götter kam man zur Lösung, die normalerweise sehr schmerzlich für die Helden war. Mit der Wiederherstellung der Ordnung erlebten die Zuschauer die „Katharsis“, d.h. die Erlösung. In der Tragödie „Ödipus Tyrannos“ von Sophokles verliebt sich Ödipus ohne es zu wissen in seine Mutter, heiratet sie und bekommt mit ihr Kinder. Als er merkt, was er getan hat, blendet er sich selbst. Es handelt sich um eine tiefgründige Untersuchung des Unterbewußtseins und der Beziehung Mutter-Sohn.(Das Wort „Tyrann“ hatte in der Antike nicht wie heute die Bedeutung des Gewaltherrschers. Die Tyrannei war ein politisches System, vergleichbar mit der heutigen Diktatur.)

Die Komödie nimmt als Gegenstand die Gegenwart. Die Dichter der Komödien nehmen das gesellschaftliche und politische Leben ihrer Zeit, aber auch bekannte Persönlichkeiten wie Politiker und Philosophen, auf die Schippe. In der Satyre scheut man selbst nicht vor sehr ernsten Themen, die die Gesellschaft beschäftigen und übermittelt so sozial-politische Nachrichten an die Mitbürger. In der Komödie „Eirene“ von Aristophanes entscheiden sich die Frauen gemeinsam ihren ehelichen Pflichten nicht nachzukommen, bis ihre Ehemänner die Kriege beenden. In der Zeit, in der Aristophanes sein Werk „belehrte“, war der Stadt-Staat Athens von den ständigen Kriegen erschöpft und Aristophanes wollte seinen Mitbürgern eine politische Nachricht übermitteln.

Die Schauspieler waren Männer, selbst Frauenrollen wurden von männlichen Schauspielern gespielt. Frauen durften die Veranstaltung verfolgen, konnten aber nicht daran teilnehmen .Die Schauspieler bedeckten ihr Gesicht mit Masken und benutzten als Ausdruckmittel ihre Stimme und ihre Körpersprache. Auf der Bühne spielten sich keine Gewaltszenen ab, weil das antike Theater nicht auf diese leichte Art beeindrucken wollte. Ein Mord, eine Verletzung oder ein Selbstmord fand hinter den Kulissen statt und die Zuschauer erfuhren von dieser Tatsache durch die Schauspieler.

In der Zeit des Perikles wurde im Stadt-Staat Athens ein Gesetz verabschiedet, nachdem der Staat die Ausgaben der Eintrittskarten armer Bürger übernahm. Perikles war dreißig Jahre lang der Führer des demokratischen Flügels und des Stadt-Staates Athen. Er glaubte, daß alle Bürger Athens die Möglichkeit haben sollten die Vorführungen zu verfolgen, da das Theater einen bildenden Charakter hatte. Für Perikles waren nur die Bürger mit hoher geistiger Bildung in der Lage, verantwortungsbewußt in der Versammlung der Ekklesia über die ernsten Angelegenheiten der Stadt zu entscheiden. Der Politiker förderte das demokratische System, die Meinungsfreiheit und das Theater. Die Dichter der Komödien zeigten eine „gewisse Vorliebe“ für den Politiker. Sie spotteten nicht nur über seinen seltsamen, übertrieben ovalförmigen Kopf, sondern auch über sein Verhältnis zu Aspasia. Perikles hatte sich von seiner ersten Frau getrennt und lebte später mit einer Hetäre aus Milet namens Aspasia zusammen. Hetären boten gegen Bezahlung ihre erotischen Dienste an. Sie waren gebildete Frauen, die an jeder Art von Konversation teilnehmen konnten und es verstanden ihre Weiblichkeit in Szene zu setzen. Ihre gesellschaftliche Stellung war hoch, im Gegensatz zu den heutigen Prostituierten. Für Perikles Mitbürger war seine Wahl Skandal und Unterhaltung gleichermassen. Das ironische ist die Tatsache, daß dieselben Bürger, die ihn in den Versammlungen der Ekklesia vergötterten, ihn im Theater verspotteten. Die Meinungsfreiheit war ohnehin der Grundstein der attischen Demokratie.

 

Image Gallery

Detail einer Darstellung auf einem antiken Gefäß.Museum Neapels.
Wahrscheinlich die Vorbereitung der Schauspieler für eine Vorstellung.

 

 

Das Adyton
Menschen, die unter Krankheiten litten,kamen nach Epidaurus um für ihre Genesung zu beten. Die alten Griechen glaubten, daß dem Patienten, der im Adyton schlief, der Gott Apollon sich ihm näherte und bei der Genesung half.

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