Vergina
AddThis Social Bookmark Button

Die goldene Urne von Vergina
Im antiken Makedonien wurden Gefäße aus kostbaren Edelmetallen als Urnen für bedeutende Verstorbene benutzt. Wahrscheinlich hatten die Verstorbenen, deren Totenasche in diese Gefäße gefüllt wurde, sie zu Lebzeiten benutzt. So wurde auch die goldene Larnax von Vergina als Behältnis für die Gebeine des Verstorbenen verwendet. Die Archäologen glauben sogar,daß sie die Gebeine von Philipp II, Vater Alexanders des Großen, enthielt.Auf dem Deckel ist die „Sonne von Vergina“, das Emblem des griechischen Königreichs Makedoniens zu sehen.

 

Informationen für Besucher - Text - Image Gallery


Informationen für Besucher

Tel.: +30 23310 92347
Öffnungszeit: 8.00- 20.00 
Google Map
Zugang: 1 Stunde 30 Min. Fahrt ab dem Zentrum von Thessaloniki.
Ticket: 8 Euro
Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre haben freien Zutritt.
Studenten aus Mitgliedstaaten der EU haben freien Zutritt.
Studenten aus nicht EU Staaten ( ab 18 Jahre): 4 Euro
Besucher ab 65 Jahre: 4 Euro

 

Text


Die antike Stadt Aiges In der Region des heutigen Vergina entdeckten die Archäologen die antike Stadt Aiges. Sie war die erste Hauptstadt des makedonischen Königreichs und wurde im siebten Jahrhundert v.Chr. gegründet. Zwei Jahrhunderte später wurde die Hauptstadt nach Pella verlegt, aber Aiges blieb weiterhin ein heiliger Ort für die Makedonen. In Aiges lag der Friedhof der Könige. Hier wurden die Könige Makedoniens und ihre Familienmitglieder beigesetzt, auch nach der Verlegung der Hauptstadt. Im Theater von Aiges wurde König Philipp II, Vater Alexanders des Grossen, während der Feierlichkeiten der Hochzeit seiner Tochter ermordet. Leider ist der größte Teil der Stadt Aiges durch die andauernden Ausgrabungen nicht zu besichtigen.

Das archäologische Museum in Vergina Das Museum hat folgende Besonderheit: Archäologische Stätte und Museum liegen am selben Ort. Das archäologische Museum in Vergina beherbergt vier Königsgräber, die sich an ihrem ursprünglichen Ort befinden. Im Museum befinden sich um die Gräber herum die Grabbeigaben und Grabstelen anderer Gräber.Architektonisch sehen die Gräber kleinen Tempeln ähnlich.

Das Außerordentliche an den Gräbern sind nicht nur die herrlichen Fresken und der Reichtum an Grabbeigaben, sondern auch die Vermutung der Archäologen, hier seien Mitglieder der Familie Alexanders des Grossen begraben. Genauer gesagt glauben sie, daß in einem Grab sein Vater Philipp II beigesetzt wurde und in einem anderen sein Sohn Alexander IV, der im Kampf um die Thronfolge ermordet wurde als er ein Teenager war. Die Ausgrabungen leitete Manolis Andronikos.

Alexander der Grosse
 
Seine Kindheit und Jugend Alexander III, bekannt als der Grosse, wurde 356 v.Chr. in Pella geboren. Der Name „Alexander“ bedeutet „der Männerabwehrende“, natürlich auf den Kampf bezogen. Seine Kindheit war gezeichnet von den Streitigkeiten seiner Eltern. Sein Vater war der König Makedoniens, Philipp II, und seine Mutter Olympias, eine epirotische Prinzessin. Gemäß den Historikern waren seine Eltern leidenschaftliche und dominante Persönlichkeiten. Obwohl sie aus Liebe heirateten, begannen zwischen ihnen bald die Probleme. Ihre Streitigkeiten waren unter den Makedonen bekannt. Äußerlich ähnelte Alexander seiner Mutter. Er war von durchschnittlicher Größe und sehr gutaussehend. Seit seiner Kindheit und während seines ganzen Lebens las er die Ilias. Achilles war sein Lieblingsheld. Mütterlicherseits war er sogar sein Urahn. Achilles war für Alexander ein Leben lang das Vorbild eines Kriegers. Der Sage nach nahm Achilles am Trojanischen Krieg teil, obwohl die Götter seinen Tod im Kampf vorausgesagt hatten. Bewußt entschied er sich für ein kurzes, ruhmreiches und abenteuerliches Leben und nicht für ein langes, ruhiges und friedliches.

Als Alexander dreizehn Jahre alt war, schickte ihn sein Vater Philipp für seine weitere Bildung zu einem Ausbildungszentrum in die Provinz, nahe eines Heiligtums, welches den Nymphen geweiht war. Dort studierten die Jünglinge der Aristokratie Makedoniens und andere Fürstenkinder. Philipp lud Aristoteles ein, den größten aller griechischen Philosophen, um sie zu unterrichten. Aristoteles hatte sich unter anderem auch mit politischen Systemen befaßt,er lenkte Alexanders Aufmerksamkeit auf den Unterschied zwischen einem Diktator und dem Herrscher über „ eine Gesellschaft freier Bürger“. Ein Leben lang versuchte Alexander dem Vorbild eines richtigen Herrschers gerecht zu werden, nach den Lehren des Aristoteles. Mit Alexander haben wir die Umsetzung der Philosophie in die Tat. Natürlich genoß Alexander auch eine harte militärische Ausbildung. Schon früh begleitete er seinen Vater auf den Feldzügen. Dieser lehrte ihm die Kunst der Strategie und der Diplomatie.

Der Feldzug Nach der Ermordung seines Vaters bestieg Alexander den Thron. Zuerst kümmerte er sich um die prächtige Beisetzung seines Vaters und bestrafte die Mörder. Danach festigte er seine Macht in Griechenland setzte den Plan seines Vaters für den Feldzug nach Asien in die Tat um. Ziel des Feldzuges war die Bestrafung der Perser für die zwei Feldzüge gegen die Griechen.

Im Frühling des Jahres 334 v.Chr. beginnt Alexander mit seinem Feldzug. Die Generäle seines Vaters und seine Freunde aus seiner Kindzeit sind die Machthaber über das Heer. Das Heer bestand aus Griechen aus allen Landesteilen, aber natürlich standen die Makedonen an erster Stelle. Im Jahr 334 v.Chr. fand am Fluß Granikos die erste große Schlacht gegen die Perser statt. Es war ein triumphaler Sieg für Alexander. Nach der Schlacht schickte Alexander 300 persische Schilde als Trophäen nach Athen mit folgender Widmung: „Von Alexander und allen Griechen außer den Lakedemoniern von den in Asien lebenden Barbaren“. Die Schilde wurden am Parthenon angebracht. Die Griechen hatten die Angewohnheit nach besonderen Siegen ihre eigenen Waffen oder die der Feinde den Tempeln zu widmen. Diese Tat Alexanders, die Schilde der besiegten Perser nach Athen zu schicken und nicht nach Makedonien, hatte einen symbolischen Charakter: Die Perser hatten auf ihren Feldzügen im Jahre 480 v.Chr. die heiligen Tempel Athens in Brand gesetzt und Alexander zeigte mit der Widmung der Schilde am Parthenon ,daß er Rache an den Persern nahm und zwar als Führer aller Griechen und nicht nur der Makedonier. Alexander schließt in der Widmung die Lakedemonier aus. „Lakedemonier“ war die offizielle Bezeichnung für die Spartaner. Alexander schloß die Spartaner aus, weil sie sich als einzige Griechen geweigert hatten an seinem Feldzug teilzunehmen. Die Bräuche der Spartaner erlaubten es ihnen nicht Befehle von jemanden entgegenzunehmen, der nicht Spartaner war.

Es folgte die Schlacht bei Issos im Jahre 333 v. Chr.Zu dieser Schlacht hatte Dareios, der König der Perser, seine Familie eingeladen die Schlacht zu verfolgen, da er siegessicher war und glaubte, das Abschlachten der Griechen würde ihnen gefallen. Da irrte er sich gewaltig. Das persische Heer wurde besiegt, ihm selbst gelang die Flucht, aber seine Familie wurde gefangen genommen. Alexander zeigte sich Dareios Familie gegenüber großmütig. Den antiken Quellen nach soll sogar eine warmherzige Beziehung zwischen ihm und Dareios Mutter entstanden sein, wie zwischen Mutter und Sohn. Mit der Schlacht bei Gaugamela im Jahre 331 v.Chr. zerbrach das Perserreich endgültig. Nach dieser Schlacht wurde Dareios von seinem eigenen Gefolge ermordet und Alexander befahl ihn mit allen Ehren eines Königs zu bestatten. Alexander wollte als legaler Erbe Dareios erscheinen.

Nach dem Fall des persischen Reiches war sein eigentliches Ziel erreicht. Alexander setzte jedoch seinen Vormarsch in die Tiefen Asiens fort. Wie es scheint, diente der Feldzug nicht nur der Rache. Er wollte seine Macht so weit wie möglich ausweiten. Er erreichte Afghanisten, Pakistan und Indien. Hier traf er nicht auf geordnete Streitmächte, sondern auf wilde, kriegerische Bergvölker. Alexander war gezwungen dem Feldzug ein Ende zu setzen, weil seine Soldaten sich weigerten ihm zu folgen und mußte den Rückzug antreten. Die Soldaten waren durch die ständigen Kriege erschöpft und wollten nach Griechenland heimkehren. So war er gezwungen den Rückweg anzutreten.

Seinen Erfolg schuldete Alexander seiner Armee und der Beziehung zu den Soldaten. Jeder Soldat konnte Alexander frei und offen seine Meinung sagen. So wichtig auch der Sieg für ihn war, vergaß er nicht nach jedem Kampf die Verletzten aufzusuchen. Alexander erwartete nichts von seinen Soldaten, was er nicht selbst tun würde. Er führte sein Heer mutig in die Schlacht. Seine Soldaten waren jederzeit bereit ihr Leben für ihn zu lassen, da er sie wissen ließ, wie sehr er sie schätzte. Außer seinen Mut schätzen sie auch seine Fähigkeiten als Stratege. Charakteristisch ist folgende Begebenheit: Das Heer durchquerte eine Wüste. Dabei starben viele seiner Soldaten. Einige entdeckten etwas Wasser. Sie sammelten es in einem Helm und überreichten es Alexander. Mit einer demonstrativen Geste schüttete Alexander es in den Sand. Es war für ihn undenkbar zu trinken ,während seine Soldaten dursteten. Obwohl Alexander sein Heer liebte und die Soldaten ihn,so gab es auch Spannungen. Die Tatsache, daß sie ihn zum Aufgeben des Feldzuges zwangen ,machte ihn wütend.

Alexander hatte sich bewußt für die Verbreitung der griechischen Kultur entschieden. Auf seinem Weg durch Asien und Afrika gründete er über siebzig Städte und kolonisierte sie mit Griechen. Die neuen Städte besaßen ein griechisches Verwaltungszentrum und religiöses Zentrum, griechische Theater und griechische Stadien. So wurden die von Alexander gegründeten Städte zu Keimzellen der Verbreitung der griechischen Kultur. Die meisten nannte er Alexandria. Das größte Geschenk für die im Osten lebenden Völker war der Kontakt mit der griechischen Kultur, für die der Mensch im Mittelpunkt steht. Die Menschen dort nahmen sich selbst und ihre Fähigkeiten anders wahr. Die griechische Sprache, die Lebensart, die griechische Philosophie und das Theater „wurzelten“ im Osten.

Alexander behandelte die besiegten Völker und ihre Kultur mit Respekt.
Er träumte von einem Weltreich, das einerseits auf der griechischen Kultur basiert und andererseits auch die lokalen Kulturen berücksichtigt. In seinem Weltreich würde es Gerechtigkeit und Tugend geben. Selbst wenn er auf Widerstand traf und eine Region mit Waffengewalt eroberte, gewann er die Einheimischen mit seiner Persönlichkeit und Regierungsart. Sobald er Korruption in der Verwaltung der eroberten Regionen feststellte, tauschte er die Herrscher aus. Waren sie in Ordnung, behielten sie ihren Posten und er positionierte nur eine eigene Garnison. In der Regel war die neue Regierungsform liberaler als die vorherige. So wurde er in vielen Fällen als Befreier gefeiert. Das Heer Alexanders wurde durch einheimische Truppen eroberter Regionen verstärkt. Die ihm dienenden Soldaten fühlten sich stolz. Im Rahmen seiner Politik ermutigte er seine Soldaten und die Frauen eroberter Regionen zu Mischehen .Er selbst heiratete zwei Mal. Jede gebar ihm einen Sohn. Einer seiner Söhne kam nach dem Tod Alexanders zur Welt. Seine beiden Frauen stammten aus der Oberschicht der eroberten Regionen. Das störte seine Soldaten, denn sie wollten, daß nur griechisches Blut in den Adern seines Nachfolgers floß.


Alexander war ein charismatischer Mensch. Er war ein tapferer Visionär, besaß die Fähigkeit der aufrechten Einschätzung der Lage und blitzschnellen Reaktion. Er hatte das Charisma seine Begeisterung weiterzugeben. Es traf ihn schwer, wenn Personen seines Vertrauens ihn verrieten und er bestrafte die Verräter hart. Tapferkeit und Ehre waren Werte, die er nicht nur den Griechen, sondern auch den besiegten Feinden zuerkannte. So wurden einige besiegte Feinde zu wertvollen Verbündeten.

Ein unbekannter Charakterzug Alexanders ist die Tatsache, daß er als besonders intelligenter Mensch einen besonderen Sinn für Humor hatte. Während seines Feldzuges erreichte ihn ein Brief des Antipatros, der in Makedonien Statthalter war. Er beschwerte sich über das Verhalten von Alexanders Mutter Olympias und ihrem Vorhaben sich in die Politik einzumischen. Olympias dagegen glaubte ihrerseits, daß Antipatros der Königsmutter nicht genügend Respekt entgegenbrachte. Alexander bekam oft von beiden Briefe. Als er Antipatros Brief las, sagte er: „Meine Mutter verlangt eine hohe Miete für die neun Monate der Gastfreundschaft“.

Nach dem Ende seines Feldzuges starb Alexander im Jahre 323 v.Chr im Alter von dreiunddreißig Jahren in Babylon während seiner Rückkehr nach Makedonien. Es gibt viele Theorien über seinen Tod. Vielleicht starb er an einer Lungenentzündung oder an an einer alten, nicht verheilten Verletzung. Alexander starb, während er Pläne für neue Feldzüge schmiedete. Er plante seine erschöpften Soldaten in die Heimat zurückzuschicken und aus Griechenland und den eroberten Regionen ein neues Heer für einen neuen Feldzug aufzustellen.

Kein anderer Feldherr hat so vieles in einem so jungen Alter erreicht. Keiner berührte so wie er die Seelen der Völker. Die Welt war nach Alexander nicht mehr dieselbe.

 

Image Gallery

Silberne Hydria mit Goldkranz
Das Gefäß wurde für Totenasche benutzt. Die Archäologen glauben, daß sie die Gebeine Alexanders IV enthielt, Sohn Alexanders des Großen, der als Teenager im Rahmen des Kampfes um die Thronfolge ermordet wurde.

 

 

Der Brustpanzer von Philipp II
Der Brustpanzer von Philipp II ähnelt dem Brustpanzer, den sein Sohn Alexander auf einem Mosaik trägt,als er auf einem Pferd reitend gegen den König der Perser Darios kämpft.Philipps Brustpanzer trägt auf der rechten Seite ein goldenes Amulett: Die Göttin Athene in ihrer Rüstung.Die rechte Körperseite blieb von dem Schild ungeschützt.Die Göttin beschützte ihn so während der Schlacht.

 

 

Kopf aus Elfenbein
Archäologen glauben in den Gesichtszügen der Figur Philipp II, Vater Alexanders des Großen zu erkennen. Philipp II hatte bei der Belagerung einer Stadt ein Auge verloren. Es ist leicht zu erkennen, daß die dargestellte Person auf einem Auge blind ist. Wahrscheinlich verzierte dieser Kopf zusammen mit den anderen kleinen Köpfen im Relief aus Elfenbein, die im Grab gefunden wurden, einen Gegenstand aus Holz, vielleicht ein Totenbett oder eine Liege für die Symposien.

 

 

Kopf aus Elfenbein
Die Archäologen erkennen in ihm Alexander den Großen. Nicht nur die Gesichtsmerkmale erinnern an den großen Feldherrn, sondern auch die Bewegung. Sein Kopf ist leicht zur Seite und nach oben geneigt. Der Blick richtet sich zum Himmel. Statuen stellten ihn gewöhnlich so dar. Dieser Kopf dekorierte wahrscheinlich denselben hölzernen Gegenstand wie der vorige.

 

 

Fassade des Königsgrabes
Dieses Königsgrab befindet sich in geringer Entfernung vom Archäologischen Museum Verginas.

Newsletter

 
 

acropolis-museum